„It kind of works like when you tell someone: “Don’t think of a pink elephant” and what do you end up thinking about? Pink elephants“

Wie es sich anfühlt, eine Zwangsstörung zu haben, und was man dagegen tut

mde

Lieblingsgetränk: Stilles Wasser//
Favourite Drink: water without gas

 

G: Liebe P, herzlichen Dank für deine Einwilligung zu diesem Interview.

P: Gern geschehen, ich freue mich hier zu sein.

G: Gehen wir über zur ersten Frage: Wann und wie hat sich die Zwangsstörung bei dir bemerkbar gemacht?

P: Angefangen hat es bei mir im Sommer bzw. Herbst 2012. Die Krankheit kam schleichend. Erstmals bemerkt habe ich sie in den Ferien in Südfrankreich, als ich – ganz klassisch – Dinge immer wieder an den genau gleichen Ort stellen musste. Das hat mich damals zwar weder gestört noch beeinträchtigt, war aber ein erstes Zeichen.

Dieses erste Aufkommen der Zwangsstörung koppelte sich irgendwie an tolle Erfahrungen, die ich in den Ferien machte. In meinem Kopf verbanden sich diese zwei Aspekte und ich dachte, dass, wenn ich die Dinge beispielsweise immer wieder an den genau gleichen Ort stellte wie am Tag zuvor, an dem etwas Schönes geschehen war, dann der nächste Tag ebenfalls ein guter werden würde. Ich richtete dann schliesslich mein ganzes Leben so aus: «Mach das und dann geschieht das, mach das nicht, dann geschieht auch das nicht» usw.

 

G: Interessant scheint hier, dass sich deine Krankheit ja eigentlich aus positiven Ereignissen heraus entwickelt zu haben scheint?

P: Eigentlich ja, zumindest denke ich, dass das so begonnen hat. Es ist sicherlich aber auch eine Frage der Persönlichkeit. Leistung war mir immer schon sehr wichtig, ich bin perfektionistisch veranlagt und habe immer grosse Angst gehabt zu versagen. Wahrscheinlich spielte auch das insofern eine Rolle, als ich immer auch schon Angst gehabt hatte «zu fallen» und dies gewissermassen mit meinen Zwängen zu verhindern versuchte.

 

G: Wie schritt die Krankheit fort?

P: Als ich dann heimkam, begann ich beispielsweise bestimmte Dinge immer eine gewisse Anzahl von Malen anzufassen. So fing ich zum Beispiel damit an, mein Glas immer 22 Mal zu berühren; vielleicht weil die Zahl 2 lange meine Lieblingszahl war, 2 Mal anfassen mir aber zu wenig gewesen wäre. Natürlich merkte ich irgendwann, dass das recht auffällig war. Deshalb verschob ich das Ganze später in meine Gedanken. Das war dann wohl der Moment, an dem ich unfreiwillig entschied, alles im Kopf zu machen.

Die Krankheit wurde irgendwann sehr aggressiv. Bereits Ende Oktober/ November/ Dezember – so um diese Zeit herum – merkte ich, dass etwas nicht mehr stimmte.

 

G: Viele Zwangserkrankungen kreisen ja um spezifische Themengebiete – wie war das bei dir?

P: Meine Hauptthemen, sozusagen, waren vor allem Genuss, Gesundheit, Tod und Gott, obwohl ich eigentlich überhaupt nicht religiös bin im traditionellen Sine.

Ich hatte dann aus dieser sich irgendwann bildenden, extremen Furcht vor der Zwangsstörung heraus die Angst, dass das, was ich denke, auch wahr werden wird. Das ist das Perfide daran: Du hast irgendwann diese Impulse, diese spontanen Gedanken, durch die du das Gefühl bekommst, der schlechteste Mensch auf Erden zu sein, weil du jeden dieser Gedanken ernst nimmst und auch wirklich glaubst, dass du es tatsächlich so meinst. Deshalb musst du diese Gedanken sofort irgendwie umlenken, weil du Angst hast, dass sie ansonsten wirklich werden. Ich fing dann eben an, diese Gedanken zu «neutralisieren» [Anmerkung: Gemeint ist, die schlechten Gedanken und Impulse durch bestimmte andere ritualisierte Gedanken quasi auszugleichen, um so das Wahrwerden jener Gedanken zu verhindern]. Sprich, anstatt dass ich 22 Mal irgendeine Wand berührte, um ein Unheil abzuwenden, was ja eben recht auffällig war, ging ich alles im Kopf durch.

 

G: Kannst du vielleicht ein Beispiel geben, wie das Ganze ablief?

P: Ich weiss noch, dass einmal jemand an mir vorbeilief und ich aus dem Nichts den Gedanken hatte: «Ich wünschte mir, diese Person würde an Krebs sterben» – einfach so. Es begann damals damit, dass ich also anschliessend 5 Mal im Kopf für mich dachte: «Nein, sie soll gesund und lebendig von und im Herzen leben». Nach diesen 5 Mal ebbte dann jeweils die Angst ab und ich hatte das Gefühl, die Welt und mich gerettet zu haben. Das Problem war nur, dass sich die Repetitionen im Laufe meiner Zwangserkrankung auf rund 100 Mal steigerten. Rein zeitlich ging das ja noch, nur leider wurde auch die Angst irgendwann intensiver und die Impulse häufiger, sodass ich das Ganze immer und immer wieder machen musste. Es funktioniert so nach dem Prinzip: «Denk nicht an einen rosa Elefanten» und an was denkt man? Einen rosa Elefanten. Dazu kommt, dass ich während dem Repetieren selbst immer in der genau gleichen Position verharren musste. Das liegt daran, dass ich das Gefühl hatte, dass, wenn ich mich bewegte, der Moment, in dem ich das Unheil noch verhindern konnte, vorbei war.

Generell hatte ich massive Probleme mit jeder Art von Beginn oder Neuanfang. So wurde es beispielsweise schwierig, überhaupt aufzustehen oder ins Tram zu steigen, weil ich in meinem Kopf immer zuerst eine Situation abschliessen musste, die Gedanken zu Ende führen musste, ehe ich etwas Neues anfangen konnte. Ein krasses Beispiel, an das ich mich gut erinnern kann, ist, als mein Vater mich einmal von der Schule abholen kam und mich um 16:00 Uhr zuhause ablud und als er um 22:00 Uhr wieder zurück kam, war ich immer noch in derselben Position, in der er mich verlassen hatte.

Das führte irgendwann auch zu gesundheitlichen Problemen. Beispielweise musste ich mein Essen spezifisch reduzieren, weil ich wusste, dass ich wegen meinen Zwängen in 2 Stunden vielleicht 3 Löffel Pasta schaffte. So verlor ich schon mal 8kg und konnte auch in der Schule kaum mehr essen.

 

G: Wie hat dein Umfeld reagiert?

P: Es ist natürlich klar, wie bereits einige Male angedeutet, dass so ein Verhalten auffällt. Wir hatten damals glücklicherweise eine echt tolle Klasse und einige fingen dann auch wirklich an, sich um mich zu kümmern, auch wenn sie anfangs dachten, dass ich magersüchtig bin. Das mit dem Essen war wahrscheinlich insgesamt auch etwas vom Schwierigsten für mich, denn eigentlich liebe ich es zu essen. Essen ist aber ziemlich schwierig, wenn man dabei mit Gedanken konfrontiert wird wie: «Kinder in Afrika verhungern und du isst hier einfach so» und du dann zusätzlich noch den Impuls hast: «Ich will, dass sie alle verhungern».

 

G: Wie, würdest du sagen, fühlt sich die Krankheit an?

P: Die Krankheit ist einfach nur unfassbar anstrengend, wirklich. Man denkt konstant. Und irgendwann ist es einem auch egal, wenn andere Leute einem anstarren oder man 2 Stunden irgendwo steht und Dinge durchneutralisiert.

 

G: Wann hast du gemerkt, dass es nicht mehr geht, und was hast du dagegen unternommen?

P: Das war im Dezember. Ich merkte, dass ich weder mich normal am Morgen mehr anziehen noch dass ich normal essen oder mich mit Freunden treffen konnte. Ich unternahm schliesslich ein Experiment. Ich nahm mir vor bis zum 21.12 alles zu neutralisieren, was ich nur konnte. Alles. Und würde es noch so lange dauern. Und dann würde ich am nächsten Morgen das Neutralisieren einfach komplett sein lassen.

Das hat interessanterweise tatsächlich funktioniert. Ich bin am nächsten Morgen aufgewacht und war für 2 Wochen der glücklichste Mensch auf Erden. So glücklich wie auch während meiner eigentlichen Heilungsphase nie mehr wieder.

 

G: Du deutest es bereits an – das hat dann nicht angehalten?

P: Nein, etwa 2 Wochen nach Schulanfang, als es wieder strenger wurde, kam es auf einmal wieder zurück, beinahe unvermeidbar. In dieser Zeit habe ich nochmals ungefähr 5kg abgenommen. Ich habe aber dann gemerkt, dass es nicht so weitergehen kann. Auch meine Eltern wussten, dass etwas unternommen werden musste, selbst wenn sie zunächst ratlos waren.

 

G: Was hast du dann schliesslich unternommen?

P: Ich meldete mich zur Therapie an bei einem Psychologen, der mit der Kanti zusammengearbeitet hat*  und der mich eigentlich ziemlich fix diagnostizieren konnte. Ich blieb dann letzten Endes rund 2 Jahre bei ihm in Therapie und das war mit Abstand das Beste, was ich jemals hätte machen können.

Er machte dann auch so Art Ausflüge mit mir. Einmal gingen wir beispielsweise zu unserer Dorfkirche, quasi zu Gott selbst also, und dann musste ich die Kirche anfassen und dazu denken: «Gott ist ein Arschloch». Ich kann mich noch genau daran erinnern: Ich dachte, ich sei blasphemisch und verflucht und die Welt würde gleich untergehen.

Das Heilkonzept dahinter ist eigentlich ganz banal: Du musst bei der Angst aufhören und das, indem du einfach nicht neutralisierst. Das heisst letztlich, dass du auf dieser Angst sitzen bleibst. Und das musst du aushalten können, was für einen Moment einfach einmal nur schrecklich ist. Irgendwann merkst du aber, dass die Welt sich immer noch dreht und dass die Angst nach einer gewissen Zeit abzuebben beginnt; dass eine Last von dir abfällt.

*Anmerkung: P. möchte explizit Herrn Dr. Landert von Land in Sicht erwähnen und sehr empfehlen für eine Behandlung im Raum Zürich.

G: Wie sah der weitere Weg deiner Genesung aus?

P: Nach diesen Erlebnis mit der Kirche war das bei mir ein Dominoeffekt. Innerhalb von 6 Monaten war ich beinahe komplett geheilt. Die Fortschritte waren wirklich massiv. Nach 2-3 Wochen konnte ich bereits am Morgen wieder meine Tasche packen, eigentlich wieder ein recht normales Leben führen, da ich auch effektiv wieder daran teilnehmen konnte. Natürlich war die Krankheit immer noch da, aber man beginnt sein ganzes Leben unzukrempeln, all die Pseudowerte, das Weltbild, das man sich irgendwie auch aufgebaut hat, über den Haufen zu werfen. Das ist zwar eine extreme Umstellung, die viel Mut kostete, da man gewissermassen in die Ungewissheit springt, aber ich merkte schnell, dass sie mir und meinem Umfeld auch extrem gut tat.

Was wohl am längsten noch zu überwinden gedauert hat, war das mit dem Essen, weil es mit Abstand am meisten mit Genuss für mich verbunden war. Im Mai des nächsten Jahres meinte deshalb mein Psychologe schliesslich zu mir, dass es so nicht weiter gehen könne. Ich hatte bis zu dieser Zeit stetig weiter abgenommen und war bei einem Normalgewicht von etwa 65kg schliesslich bei gerade einmal 50kg angelangt. Auch da half mir mein Psychologe enorm, indem er eines Tages zu mir nachhause kam und die schlimmsten Neuigkeiten aus der Zeitung vorlas, während ich kontinuierlich weiter mein Frühstück essen und das aushalten musste.

Ich wünsche diese Krankheit niemandem, aber dieses Gefühl, wieder essen zu können, einfach das Haus verlassen, die Türe schliessen, deine Tasche normal packen zu können – was du willst, wann du willst und wie du willst – ohne dazusitzen und eine innere Tragödie durchzumachen ist echt unbeschreiblich befreiend, bestärkend und wunderschön.

Ich habe Vollgas gegeben, mich all diesen Sachen, die schwierig waren, ausgesetzt, bin richtiggehend rebellisch geworden und habe so nicht nur bis zum Sommer eine regelrechte Heilung durchgemacht, sondern auch innerhalb von ungefähr 3 Monaten mein Normalgewicht wieder erreicht [lacht].

 

G: Was für Erfahrungen nimmst du mit?

P: Ich bin generell unglaublich dankbar für die Freiheit, die ich jetzt habe, das nehme ich mit. Ausserdem habe ich früher immer extrem Angst vor dem Fall gehabt, vor dem Versagen – wenn du aber einmal tatsächlich mit 11 Minuspunkten im Gymnasium ins neue Jahr startest, dann hast du viel weniger Angst vor dem Versagen, da du tatsächlich einmal völlig widerwillig an einen der Punkte gelangt bist, vor denen du dich am meisten gefürchtet hast.

 

G: Was würdest du persönlich Betroffenen raten?

P: Personen, die merken, dass sie etwas in diese Richtung haben, egal, ob sie bereits an einen dieser Knackpunkte angelangt sind, sollen am besten Hilfe suchen und sich in Therapie begeben; auch wenn es natürlich ein Weilchen dauern kann bis man sich das selber eingestehen kann. Aber es wird nur schlimmer werden, wenn man keine Hilfe sucht, besonders dann, wenn es weltbildverändernd wird.

 

G: Was würdest du Angehörigen oder Freunden von Betroffenen raten?

P: Ganz wichtig ist, dass, wenn man beobachtet, dass eine Person sich zwanghaft zu verhalten beginnt, man nicht gerade einen emotionalen Meltdown hat, sondern in erster Linie der Person zu vermitteln gibt, dass das Ganze okay ist und nichts, wofür man sich schämen oder womit man sich allein fühlen müsste. Man sollte aktiv auf die Person zugehen und aktiv Lösungen zu finden suchen und nicht warten, bis die Person selbst etwas dagegen unternimmt, denn das kann sehr lange dauern. Das ist sehr wichtig.

 

G: Herzlichen Dank für das Interview, P.

P: Das ist gern geschehen.

Zwangsstörung: Bei einer Zwangserkrankung treten sogenannte Zwangsgedanken und Zwangshandlungen auf. Zwangsgedanken äussern sich in zwanghaft immer wieder auftretenden Gedanken und Impulsen wie Zweifel, Befürchtungen, Grübel- oder Wiederholungszwänge (bestimmte Sätze oder Wörter müssen auf eine bestimmte Art und Weise oder eine bestimmte Anzahl von Malen wiederholt werden), deren Inhalt als unsinnig erkannt, gegen die aber nichts unternommen werden kann. Zwangshandlungen dagegen bezeichnen zwanghaft ausgeführte Handlungen wie beispielsweise der Zwang bestimmte Dinge immer wieder zu berühren oder zu zählen, deren Unterlassen zu starken Ängsten und Anspannung führt. Es treten nicht in jedem Fall beide Symptome auf1

.

 

What Having OCD Feels Like and What You Should Do About It

G: Dear P, thank you for meeting me!

P: You are welcome, I am happy to be here.

 

G: Let’s start with the first question: When and how did the OCD first become noticeable?

P: It started in summer resp. autumn 2012. The illness came slowly creeping up on me and I first noticed it during my holidays in Southern France when I – very typical for the illness – repeatedly had to put things in the very same place again. It did not bother or impair me in any way back then but it was a first warning sign.

This first surfacing of the illness was kind of connected to good experiences and memories I made during my holidays. In my head those 2 aspects merged together and I started to think that if I, for example, put certain things always back in the same position they were the day before, when something nice had happened, the next day would become a good one, too. I eventually started to live my whole life like this: “Do this and this will happen, don’t do that and this won’t happen” etc.

 

G: It is interesting that your illness basically seemed to have developed out of positive events, did it not?

P: Actually, yes, or at least I think it started like that. It is, however, surely also a matter of personality. Performing well has always been important to me, I am certainly rather perfectionist and I have always been afraid of failure. I guess this also played a role insofar as I have also always been afraid of “falling” and kind of tried to prevent this with my obsessions and compulsions.

 

G: How did the illness proceed?

P: When I came back from my holidays, I, for example, started to touch certain things a certain amount of times. I would, for example, touch my glass 22 times; maybe because the number 2 has always been my favourite number but touching things just twice just did not seem to be enough. Of course, I eventually realised that this is quite noticeable. That is why I later transferred my compulsions from doing them on a physical level to doing them in my mind. That is probably the moment I involuntarily decided to just do everything in my head.

The illness eventually became very aggressive. By October/ November/ December, somewhere around that time, I already realised that something was wrong.

 

G: Many people with OCD have certain topics their obsessions and compulsions are focused around. Were there any such topics for you?

P: My main topics – so to speak – were primarily enjoyment, health, death and god, even though I am not at all religious in a traditional sense.

Due to the extreme anxiety which resulted out of the OCD, I eventually became afraid that what I think would become real. This is what makes it so perfidious: At some point, you get all these impulses, those spontaneous thoughts because of which you start to feel as if you were the worst person in the world because you take each of these thoughts seriously and honestly believe what you think. Due to this, you immediately have to somehow redirect those thoughts because you are also terribly afraid of them becoming reality. That is why I began to “neutralise” them [Comment: What is meant by “neutralise” is to revert the bad thoughts and impulses through certain other ritualised thoughts to stop the bad thoughts from becoming true]. Say, instead of touching a wall 22 times to stop something bad from happening, which is, as I mentioned before, very noticeable, I just did it all in my mind.

 

G: Could you give an example of what this looked like?

P: I still know how once someone walked past me and out of nothing I had this thought of: “I wish this person would die of cancer” – just like that. I would then repeat 5 times to myself in my head: “No, they shall live healthily and with liveliness from and in their heart”. After those 5 times, the anxiety would eventually fade away and I would get this feeling of having saved both the world and myself. The only problem was that during the progression of my OCD these eventually became 100 repetitions. This might still have worked out quite well time-wise but the issue was that at some point, the anxiety itself became more intense and the impulses more frequent, such that I had to repeat this whole process over and over again time after time. It kind of works like when you tell someone: “Don’t think of a pink elephant” and what do you end up thinking about? Pink elephants. On top of that, I always had to remain in the exact same position while repeating those thoughts to myself. This is due to my feeling that if I moved, the moment in which I was still able to advert something bad from happening, would have passed.

In general, I had massive problems with all sorts of new beginnings. For example, it became increasingly difficult to even get out of bad or board a tram as in my head I always had to finish whatever situation, whatever thought was at hand, before I could start something new. A quite extreme example I remember vividly was when my dad came to pick me up from school at 4pm and when he came back at 10pm, I was still frozen in the same position he had left me 6 hours ago.

Eventually, this also lead to health problems. I e.g. had to specifically reduce my food because I knew that due to my compulsions I would only be able to eat 3 spoon-fulls of pasta in 2 hours. Like this, I lost 8kg and was also barely still able to eat at school.

 

G: How did the people around you react?

P: It is, of course, as I have mentioned previously, obvious that such a behaviour does not go unnoticed. Luckily, we were a very cool class at that time and some people effectively started to look after me, even though in the beginning they thought that I was actually suffering from anorexia nervosa. I think the compulsions and obsessions regarding food were some of the most difficult for me because I do really love to eat. Eating, however, is quite difficult if you are constantly confronted with thoughts like: “Children in Africa are starving to death and you are just eating here like that” and then, on top of that, get the impulse: “I want all of them to starve to death”.

 

G: What would you say does the illness feel like?

P: It is honestly just really exhausting. You think constantly. And at some point, you just do not care anymore whether other people stare at you or if you just stand somewhere for 2 hours, neutralising all your thoughts.

 

G: When did you realise that it could not go on like that and what did you do then?

P: That was in December. I realised that I could not normally dress in the morning anymore nor that I could eat normally or meet with friends normally. I finally conducted an experiment. I told myself that until the 21.12, I would neutralise everything I could. Everything. No matter how long it would take. And then I would just stop the neutralising all together the next day.

Interestingly enough, that actually worked. I woke up the next day and for the following 2 weeks I was the happiest person on earth. I have never been this happy again during my actual healing phase.

 

G: You do hint at it already – this did not last?

P: No, about 2 weeks after school had started again, when everything got harder again, it all came back, almost inevitably. During this time, I lost approximately another 5kg. I did, however, realise that this could not go on. My parents, too, knew that something had to be done, even though they were quite clueless about what to do in the beginning.

 

G: So, what did you do, eventually?

P:  I made an appointment at a therapist’s, whom had previously been working with the school I was attending at that time* and who was able to diagnose me quite easily. I eventually attended therapy for 2 years and that was by far the best thing I could ever have done.

He would also do kind of like little excursions with me. One time, for example, we went to the church in my village, to god himself, so to speak, and I had to touch the church and think to myself: “God is an asshole”. I can still remember this moment clearly: I thought I were blasphemous and cursed and felt like the world was going to end at any moment.

The concept behind such actions is actually very simple: You need to stop where the fear starts by just not neutralising your thoughts. That eventually means to remain stuck with your anxiety. And you need to be able to endure this, which is horrible for a moment. At some point, however, you start to realise that the world is still turning and that the anxiety starts to die away; that a burden falls off you.

*Comment: P. would like to explicitely recommend Mr. Dr. Landert from Land in Sicht in the area of Zurich.

G: What did the rest of your way of recovery look like?

P: After the incident with the church, it was like a domino effect. In a time of about 6 months I had almost completely recovered. The progress was definitely immense. After 2-3 weeks, I was already able to pack my bag in the morning again and basically able to live almost a normal life again as I could participate in it again. Of course, the illness was still there but you begin to turn your whole life around, to throw away all these pseudo-values, this world view which you had built yourself. It is an extreme change, which takes a lot of courage as you basically jump into the unknown, but I realised quickly that both the people around me and I profited extremely from that, too.

What probably took the longest to overcome was this whole food thing because food was by far the thing that was most connected to pleasure for me. That is why in May of the next year, my psychologist said to me that it could not go on like this. Up to this point, I had still been losing more and more weight and with my weight normally somewhere around 65kg, I had eventually come down to a mere 50kg. But this is another point where my psychologist helped me greatly by one day coming to my home and reading the worst news from the papers while I had to eat my breakfast continually without stopping and just stand it.

I do not wish this illness upon anyone but this feeling of being able to eat again, to just leave your house, to close the door, to pack your bag normally – what you want, how you want and when you want – without going through an inner tragedy is just indescribably liberating, strengthening and beautiful.

I really gave it my everything. I exposed myself to all the things that were difficult for me, became almost rebellious and like this, did not only go through a proper transformation until summer but also managed to almost reach my normal weight again in the course of 3 months [laughs].

 

G: What experiences and lessons do take from this?

P: I am generally extremely grateful for the freedom that I have now. Moreover, in the past I had always been afraid of falling, of failing – but if you actually start with 11 minus points into the new semester of high school once, you are really a lot less afraid of failing afterwards because completely unwillingly, you did actually end up once at one of the points you were always most afraid of.

 

G: What would you personally recommend the people affected by this illness?

P: People who start to realise that they might have OCD, no matter if they are already at a breaking point or not, do best to look for help and start a therapy; even though, of course, it can take a while to admit this to yourself. However, it will only get worse if you do not look for help, especially, when it starts to change your view of the world.

 

G: What would you recommend relatives or friends of a person affected by this illness?

P: It is very important that, if you see someone starting to act obsessively or compulsively, you do not have an emotional meltdown but first and foremost try to signify that it is okay and nothing you should be ashamed of or feel alone with. You should actively take a step towards that person and actively try to find solutions and not wait until the person does something themselves as this can take a very long time. This is very important.

 

G: Thank you, P, for the interview.

P: You are welcome.

OCD (Obsessive-Compulsive Disorder): OCD can be divided into obsessions and compulsions. Obsessions are reoccurring thoughts and impulses such as intense doubts, worries or the compulsion to repeat certain words or sentences in a certain manner or a certain amount of times. The people affected realise that the content of these thoughts is unreasonable but they cannot do anything to change them. Compulsions on the other hand are actions which are compulsively acted upon such as the compulsion to touch or count certain things over again. The omission of these actions leads to a significant amount of anxiety and distress. Not all cases of OCD encompass both symptoms2.

 

Quellen/ Sources

1 „Zwangsstörung“. Wikipedia, URL: https://de.wikipedia.org/wiki/Zwangsst%C3%B6rung [Letzter Aufruf: 04.09.2017]

2 „Obsessive-compulsive disorder“. Wikipedia, URL: https://en.wikipedia.org/wiki/Obsessive%E2%80%93compulsive_disorder [Letzter Aufruf: 04.09.2017] 

Veröffentlicht von

ginamesserli

philosophy student @ university of Zürich, wannabe vegan, coffee and tea lover and knowbetter, so basically an average philosophy student.

2 Gedanken zu „„It kind of works like when you tell someone: “Don’t think of a pink elephant” and what do you end up thinking about? Pink elephants““

  1. Pingback: Farbensehnsucht
  2. Sehr bewegend! Und wie schön, dass es P. wieder gut gehst und das Leben genießen kann! Danke für diesen Einblick in eine wirklich schreckliche Erkrankung, die dem Menschen eines der wichtigsten Dinge nimmt: seine Freiheit. Alles Gute für P weiterhin. Und eine tolle Blogidee! Simone

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