30 Follower – vielen Dank! (+kurzes Update)

Dankeschön!

Wow, seit heute zählt Daily Cup of Madness 30 Follower!

Für die einen ist das vielleicht nicht viel, doch ich freue mich über jeden, der begeistert oder interessiert genug war, um den „Folgen“-Button zu drücken. Egal, ob ihr regelmässige Leser seid oder einfach ab und zu mal reinschaltet: An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön!

Hinter jeder der hier präsentierten Beiträge steckt eine Geschichte. Ich freue mich und fühle mich geehrt, wie viele Menschen sich bereits bereiterklärt haben, eben jene Geschichte mit mir zu teilen, mir ihre Beiträge geschickt haben oder mich ganz unverfänglich auf einen Kaffee getroffen haben. Deshalb auch an euch: Merci! Ihr seid das Rückgrat dieser Seite und ohne euch würde hier nichts laufen.

Falls es nun den einen oder anderen unter meinen Leser*innen, der oder die auch gerne etwas teilen möchte: Kontaktiert mich doch – ich würde mich freuen, auch eure Geschichte hier zeigen zu dürfen (und bin natürlich auch glücklich, wenn’s mit dem Blog noch etwas weitergeht!)

 

Zwei Beiträge in Bearbeitung

Wie der Titel schon sagt: Zwei Beiträge sind momentan in Bearbeitung. Ende dieser oder anfangs nächste Woche gibt’s einen Gastbeitrag der Verfasserin des Blogs „TROTZDEM ICH – Alltag mit Angststörung“.  Darin geht’s um ihren Umgang mit ihrer Angststörung, den Kampf damit, Vorurteile abzubauen und einen offenen und ehrlichen Umgang mit der eigenen Krankheit zu finden – starke Worte von einer starken Frau. Wer jetzt schon nicht warten mag, der soll doch einen Blick auf ihre Seite werfen – es lohnt sich!: https://trotzdemich.wordpress.com/

Mitte November gibt’s dann den zweiten Beitrag in der Serie: „Alltag und Aufenthalt in einer psychiatrischen Klinik – eine ehemalige Pflegefachperson erzählt“. Dieses Mal geht’s um Vorurteile bezüglich psychischen Krankheiten und psychiatrischer Institutionen  – welche kann V* bestätigen, welche denkt V*, dass sie zurückgewiesen werden können? -, traurige und schöne Erlebnisse als Pflegefachperson, die Arbeitsbelastung im Alltag und was V* denjenigen Personen ratet, die sich überlegen, in eine psychiatrische Klinik zu gehen.

 

Neues Logo

Hierzu gibt’s nicht allzu viel zu sagen. Die einen haben’s vielleicht schon bemerkt – Daily Cup of Madness hat ein neues Logo. Nicht mehr ein Gekritzel von mir, sondern eben: Tatsächlich was semi-professionelles. Wohoo!

 

Bis die Tage, ich freue mich wie immer auf Rückmeldungen!

Alles Liebe

G.

 

Eine ehemalige Pflegefachperson Psychiatrie erzählt, Teil 1: Strukturen und ein beispielhafter Dienstablauf

Was ist eine Klinik, wer arbeitet dort – ein Perspektivenwechsel

cof

Lieblingsgetränk: Unterschiedlich; zum Zeitpunkt dieses Gesprächs aber Apfelsaft

[V. ist seit einiger Zeit pensioniert und war das letzte Mal vor zwei Jahren in der Klinik, in der er über 30 Jahre arbeitete. V. möchte betonen, dass dies hier seine Sichtweise und seine Erfahrungen sind – und die mögen an anderen Orten anders ausfallen.]

Von verschiedenen Stationen und Abteilungen: Wie eine Klinik im Grundsatz aussieht (oder aussehen könnte)

In der Klinik, in der ich arbeitete, gab es rund hundert, in Stationen unterteilte Betten. Es war ein übersichtlicher und familiärer Betrieb und die meisten Patient*innen kannten sich untereinander. Die Betten waren in freundliche, moderne Einer- und Zweierzimmer unterteilt und hatten nebst zeitgemässen sanitären Einrichtungen beispielsweise auch Internetanschluss innerhalb der Zimmer. Wenn ich das mit früher vergleiche, dann sind das Welten: Toiletten und Duschen waren da zum Beispiel in grossen, unfreundlichen Sälen mit 10 Betten und ohne Schutz der Privatsphäre untergebracht gewesen. Das hat sich definitiv wesentlich verändert.

Die einzelnen Stationen waren nun entweder offen, schliessbar oder geschlossen. Abhängig von der Krankheit und Behandlung des Patienten* bzw. der Patientin* wurde entschieden, auf welche Station dieser bzw. diese gelangt. In der geschlossenen Station wurden Personen mit akuter Selbst- oder Fremdgefährdung, solche, die an einer akuten Psychose litten, oder aber Menschen, die abhängig waren von Suchtmitteln sowie psychogeriatrische Patient*innen behandelt. Im offenen Bereich wurden beispielsweise, solange nicht andere triftigere Gründe für eine Verschiebung auf eine andere Station vorlagen, Depressionen und Angstzustände behandelt und Kriseninterventionen vorgenommen. Die schliessbare Station war im Gegensatz zur offenen zwar grundsätzlich geschlossen, wurde aber täglich für Therapiebesuche und vereinbarte Ausgänge geöffnet. Hier behandelte man meistens diejenigen Personen, die in der geschlossenen Abteilung auf eine bestimmte Therapie angesprochen oder den Bezug zur Realität wiedergefunden hatten.

Früher gab es innerhalb der Station noch eine Trennung von Männern und Frauen. Das war vor rund 30 Jahren noch üblich. Heutzutage kann man sich das fast gar nicht mehr vorstellen. Ich habe die Aufhebung dieser Trennung noch miterlebt. Es ist eindrücklich, welch grosse Bedenken manche besonders der älteren Pflegefachpersonen bezüglich dieser Öffnung damals hatten. Diese Bedenken haben sich letzten Endes aber nicht bestätigt. Im Gegenteil: Ich würde sagen, dass sich insgesamt alles sehr entspannt hat.

Auf den einzelnen Stationen gab es nun es allgemeine Aufenthaltsräume, Räume für Schüler, Computerräume, Räume für Rapporte und Aufnahmegespräche, Pflege- und Arztbüros, sogar einen Fitnessraum, eine Bibliothek, eine Cafeteria und eine Ruheoase. Auch hier bestehen grosse Unterschiede zu früher: Heutzutage kann man in der Cafeteria essen, früher konnte man vielleicht gerade einmal einen Kaffee an einem Automaten rauslassen. Was ich mit diesem Vergleich sagen will: Heutzutage ist wirklich eine zeitgemässe Struktur vorhanden, mit der man so einen Betrieb auf einem guten Standard leiten kann.

In der Klinik, in der ich gearbeitet habe, gab es darüber hinaus auch eine Tagesklinik, in welcher jemanden eine Tagesstruktur gegeben werden und welche somit als Sprungbrett zwischen stationärem Aufenthalt und Entlassung dienen konnte. Betroffene lernten so, wieder mehr Verantwortung zu übernehmen. Daneben gab es auch eine Notkrisenambulanz, bei der man sich in akuten Fällen direkt für ein Erstgespräch mit einer Beratung und vielleicht auch für ein Medikament melden konnte und welche Betroffene dann gegebenenfalls weiterleitete. Auch ein Ambulatorium, welches zur regelmässigen Kontrolle und für Befindlichkeitsgespräche sowie zur allfälligen Abgabe oder Verabreichung eines (Depo-)Medikaments diente, war der Klinik angegliedert.

Der Betrieb «Klinik»: Personelle Strukturen

Eine Klinik ist grundsätzlich eine Art von Betrieb wie jeder anderer. In ihr gibt es Pfleger*innen, Ärzt*innen, Psycholog*innen, Spezialtherapeut*innen – beispielsweise für Kunst- oder Ergotherapien – Seelsorger*innen, eine Sozialberatung, einen technischen Dienst, eine Hauswirtschaft und eine Küche sowie eine Verwaltung.  Generell sind alle in der Klinik Tätigen entweder ausgebildet oder befinden sich in Ausbildung. Das ist nicht mehr so wie früher, wo es teilweise Angestellte gab, die manchmal da, manchmal dort etwas erledigten. Unausgebildetes Hilfspersonal in dem Sinne gibt es also nicht mehr.

Vermehrt müssen ausserdem auch Dolmetscher eingesetzt werden. Häufig betreute ich Betroffene aus fremden Kulturen beziehungsweise Personen, die bloss Fremdsprachen beherrschten. Eine klare Verständigung ist da natürlich eine Grundvoraussetzung für eine adäquate Betreuung.

Vielseitige Arbeit: Aufgabenbereiche und Kompetenzen von Ärzten und Pflegefachpersonen

Die Ärzteschaft entscheidet grundsätzlich über den Eintritt oder Austritt einer Person und führt Eintrittsgespräche in Begleitung des Bezugspflegepersonals. Sie bestimmt auch die Stationszugehörigkeit. Des Weiteren erstellen sie Körper- und Psychostatus bei Eintretenden und verordnen (Spezial-)Therapien. Sie sind es auch, die allgemeine Kontrollen und Medikamente verordnen oder Ausgänge bewilligen. Nicht zuletzt dürfen die Ärzt*innen auch eine fürsorgerische Unterbringung einer Person anordnen. Letzteres kann durchaus zu heiklen Situationen führen.

Das Pflegepersonal unterstützt Patient*innen in den Aktivitäten des alltäglichen Lebens wie der Körperpflege, der Kleidung, beim Essen und Trinken, wenn es um Ruhe und Schlaf oder aber auch um das Thema Sinnfindung geht. Sie begleiten die Patient*innen darüber hinaus auch durch das für jede*n Patienten bzw. Patientin individuelle Wochenprogramm, das fixe Zeiten für Mahlzeiten, morgendliche Treffs, therapeutische Aktivitäten und anderes enthält. Des Weiteren führen sie auch verschiedene Aktivitäten wie beispielsweise kleinere Ausflüge durch. Nebst diesen Aufgaben übernimmt das Pflegepersonal auch kleinere medizinische Arbeiten wie Blutentnahmen, führt Vitalzeichenkontrolle durch oder das steckt Infusionen und gibt die von den Ärzt*innen verschriebenen Medikamente ab.

Wegweisend ist das Pflegepersonal bei Rapporten, Standortgesprächen und Chefarztvisiten, da sie dauernd in Beziehung mit den Betroffenen stehen und Veränderungen im Krankheitsverlauf wahrnehmen können. Die Bezugspflege erstellt zusammen mit dem*/der* Pflegeempfänger*in schliesslich auch eine Pflegeplanung. Diese beinhaltet 1-2 wohldefinierte Probleme sowie Ressourcen, eine Pflegediagnose, ein Pflegeziel, anzubringende Massnahmen und einen Pflegebericht. In letzterem wird festgehalten, wie die vereinbarten Massnahmen wirken. Jedes Ziel, das gestellt wird, muss letztlich relevant, messbar und erreichbar sein. Diese Dokumentation ist von hoher Wichtigkeit und könnte auch rechtlich genutzt werden.

Sowohl diese Ziele, Ressourcen usw. als auch die täglichen Leistungen wie Vitalzeichenkontrolle, Blutentnahmen oder kurze Gespräche müssen jeweils in der pflegerischen Leistungserfassung eingetragen werden.

Die Pflegefachperson – ein beispielhafter Dienstablauf auf offener Station aus der Sicht von V.:

Der Frühdienst beginnt mit einem Übergaberapport, dem Einlesen in die Planung und einer Arbeitsverteilung im Pflegeteam. Patient*innen werden geweckt und häufig finden Laborproben, Vitalzeichenkontrollen etc. statt.  Danach werden die von der Nachtwache gerichteten Medikamente von zwei Pflegefachpersonen kontrolliert.

Im Anschluss nehmen die Patient*innen ihr Frühstück ein.       Die zur Behandlung der meisten Patient*innen gehörenden Medikamente werden nach dem Frühstück einzeln im Büro abgegeben und mit einigen führt man dabei ein Kurzgespräch oder plant eines.

Anschliessend findet ein „Morgentreff“ mit allen stationären Patient*innen statt. Dieser wird von einer Pflegefachperson geleitet und dauert ca. 20 – 30 Minuten. Das Ziel dabei ist es, den Tag gleichzeitig und gemeinsam mit einem Thema (Fragespiel, Gedächtnistraining, aktuelles Thema etc.) zu beginnen und Kontakte und Beziehungen untereinander zu fördern. Parallel zum Morgentreff findet auch ein Ärzterapport statt und zuletzt wird ein Morgenspaziergang angeboten.

Heute sind zwei Eintritte gemeldet: Ein Ersteintitt und ein Wiedereintritt. Der Ersteintritt kommt in Begleitung einer Freundin. Zunächst führt nun der zuständige Arzt mit dem*/der* Eintretenden* ein Erstgespräch. Mit dabei sind die zuständige Bezugspflegeperson und die Freundin. Hier schildert der* oder die* Betroffene seine* bzw. ihre* Sorgen und wird dabei durch Fragen unterstützt. Wertvoll sind aber auch die Erfahrungen der Freundin. Der zuständige Fallarzt schlägt schliesslich eine dreiwöchige stationäre Behandlung auf offener Station vor, womit sich die betroffene Person einverstanden erklärt.

Der Arzt erhebt anschliessend einen Psychostatus und verordnet Spezialtherapien und Medikamente in Reserve bei Schlafstörungen. Für die Bezugspflege ist hier für die Dauer der Behandlung wichtig, eine vertrauensvolle Beziehung aufzubauen, zu halten und bei Ausritt wieder beenden zu können.

Der*/ die* Patient*in wird nach dem Gespräch dann durch die Station geführt und es werden ihm*/ ihr* die allgemeinen Regeln erklärt. Wir vereinbaren danach für den Nachmittag ein erstes Bezugspflegefachgespräch, um gemeinsam ein Pflegeziel zu definieren. Weitere administrative Arbeiten bezüglich des Eintritts füllen den Rest des Morgens aus.

Nach dem Mittagessen evaluiere ich zwei Pflegeplanungen und führe ein weiteres Bezugspflegegespräch, was wir bei Sonnenschein auf einem Einzelspaziergang machen. Im Laufe des Nachmittags finde ich schliesslich eine Möglichkeit für eine kurze Spielgruppe, an der die Patienten teilnehmen können.

Plötzlich kommt ein Personennotruf von einer geschlossenen Station rein, d.h., eine andere Station benötigt sofort Hilfe. Ich halte also kurz Absprache darüber, wer die Station hütet, während der Rest des Pflegeteams sogleich rennt. Der Notfall: Ein Patient mit massiven Angstzuständen hat eine Pflegefachperson angegriffen. Die Situation kann aber zum Glück schliesslich sanft entschärft werden.

Nach diesem Notruf schreibe ich den Pflegeverlauf meiner Bezugspatient*innen ein und rapportiere dem Folgedienst das Nötigste, ehe ich meine Schicht beende.

Und dann, ja dann geht man nach Hause und trinkt einen Kaffee [lacht].

Exkurs zum Thema Therapien: Wieso das Arbeiten mit den Körper so wirksam sein kann

«Handlungen haben mehr Heilungserfolg als Gespräche, denn Gespräche können falsch verstanden werden», hat einmal ein italienischer Psychiater gesagt. Aus meiner eigenen Erfahrung kann ich diese Aussage eigentlich bestätigen.

Je nach Zielsetzung sind unterschiedliche Therapieformen angebracht. Nebst der Psychotherapie tragen Bewegungs- Ergo- und Kunsttherapie einen wesentlichen Beitrag zum Behandlungserfolg bei. In der Kunsttherapie ist das Ziel, die inneren und äusseren Bilder eines Menschen aus ihm hervorzubringen und sichtbar zu machen. Dazu bedient man sich zum Beispiel der Malerei oder arbeitet mit Stein oder Ton. Ganz wichtig ist hier, dass so die Sinnesorgane besser gereizt werden; der Fokus fliesst weg vom inneren Tumult und auf die äussere Wahrnehmung. Kunsttherapie kann auch dabei helfen, Geduld und Kreativität zu stärken und eigene Kraftquellen in sich zu entdecken.

Ich persönlich finde Bewegung auch einen sehr wichtigen Aspekt einer Therapie. Heutzutage sitzt man primär am Computer und tippt nur noch den ganzen Tag auf einer Tastatur. Man benutzt nur noch den Kopf. Die Bewegungstherapie kann hierbei helfen, den Fokus umzulenken. Bewegung hilft einem, zu entspannen und zur Ruhe zu kommen sowie den eigenen Rhythmus zu finden. Ich würde auch sagen, dass sowohl Bewegung als auch das handwerkliche Arbeiten helfen können, vielleicht wieder mehr den Sinn zu sehen, wenn dieser verloren gegangen ist.

Man kommt quasi wieder etwas auf den Boden zurück:

Man wird geerdeter; im Kopf und im Inneren.

 

Bleibt dran für den zweiten Beitrag, wo V. über die schönen und traurigen Seiten des Klinikalltags spricht, über die Belastung und Ansprüche an das Pflege- und Ärztepersonal, über Vorurteile, die er zurückweisen und solche, die er bestätigen kann und erfahrt unter anderem seine Meinung zum Problem der Stigmatisierung in einem dialogischen Gespräch.

 

„Ein Mensch mit einer psychischen Erkrankung ist nicht einfach nur «krank», sondern hat auch „gesunde“ Seiten an sich, über die du mit ihm ins Gespräch kommen kannst“

Zum Umgang mit einer depressiven Episode und dem Problem der Stigmatisierung am Arbeitsplatz

cof

Lieblingsgetränk: Tee bzw. Ice Tee

 

G: Liebe K, herzlichen Dank für dieses Interview

K: Gerne.

G: Du hast an einem Zeitpunkt in deinem Leben an einer mittelgradigen depressiven Episode gelitten – wie kam es dazu und wie präsentierte sich die Krankheit im Konkreten?

K: Ich hatte schon während längerer Zeit einen Konflikt an meinem damaligen Arbeitsplatz. Mir setzte da ein häufiger Führungs- und ein damit verbundener professioneller Richtungswechsel zu. Dieser Konflikt spitzte sich dann derart zu, dass es – plötzlich – überhaupt nicht mehr ging. Es machte keinen Sinn mehr – nichts machte überhaupt mehr Sinn. Ich wurde dann auch suizidal. In diesem Zustand suchte ich schliesslich meinen Hausarzt aufgesucht, da ich zu diesem Zeitpunkt keinen anderen Arzt hatte. Dieser hat dann mit mir gesprochen, hat mich z.B. gefragt, ob ich nicht mehr schlafen könne und ob ich Gedankenkreisen hätte. Wir haben dann zusammen besprochen, was man machen könnte. Er hat dann herumtelefoniert und hat schliesslich eine Klinik gefunden, in welche ich noch am selben Tag eintreten konnte. Heute bin ich extrem froh, dass das so schnell ging, denn ich bin mir nicht sicher, ob ich ansonsten noch hier wäre.

 

G: Du bist also auch einige Wochen stationär in Behandlung gewesen – was sind deine Erfahrungen hiermit?

K: Es war insgesamt eine gute Erfahrung. Ich hoffe zwar, dass ich nie mehr derart schwer krank werde, aber ich würde wieder stationär gehen, wenn ich in dem Zustand wäre. Der Eintritt war noch eindrücklich. Ich bezog damals mein Zimmer und setzte mich danach im Aufenthaltsraum an einen Tisch. Ich war zu jener Zeit schwer depressiv d.h. ich redete nicht mehr von mir aus, sondern sass einfach da. Die Mitpatientinnen kamen dann nacheinander auf mich zu, stellten sich mir vor und fragten, ob ich das erste Mal in einer Klinik sei. Da dachte ich dann etwas erschrocken: „Kommt man da mehrmals hin?!“. Weil ich das erste Mal in einer Klinik war, begannen sie mir zu erzählen, wie der Klinikalltag abläuft und beispielsweise auch, dass man auf dem Klinikgelände spazieren könne. Es gab verschiedene Therapieangebote und man hatte regelmässig Gespräche mit einem Bezugspfleger, der Psychiatriefachmann war, und mit dem Arzt/Psychiater. Ich habe heute noch einen Stein, welchen ich in einer der Therapie geschliffen habe, bei mir auf dem Bürotisch stehen.

Es sind sehr einfache Arbeiten, die man in der Therapie machen kann. Einen gesunden Menschen würden solche Arbeiten unterfordern oder komplett langweilen. In einer Depression hat man jedoch keine Energie mehr für sehr anspruchsvolle Arbeiten, weder gedanklich noch körperlich. Deshalb habe ich an diese therapeutischen Arbeiten gute Erinnerungen.

 

G: Wie hat dein Umfeld damals reagiert und wie hättest du dir gewünscht, dass es reagiert?

K: Mein Chor hat damals positiv reagiert. Es kamen dann auch andere Frauen auf mich zu und erzählten mir, was sie bereits erlebt hätten. Dort konnte ich dann irgendwann auch sagen: «Okay, du musst mich jetzt nicht mehr jedes Mal fragen, wie es mir geht» und das haben sie sich auch sagen lassen.

Am Arbeitsplatz war das etwas Anderes. Das sind natürlich Professionelle, bei denen ich dann nie mehr ganz von diesem Label wegkam. Dort hätte ich mir schon einen anderen Umgang gewünscht. Allerdings denke ich auch, dass das an anderen Arbeitsorten sicherlich auch anders gehandhabt wird.

Privat hat es effektiv Leute gegeben, die sich von mir abgewandt haben; wahrscheinlich aus einer Überforderung heraus. Nach zwei Jahren dann, als es mir wieder besserging, mochte ich da den Kontakt aber auch nicht mehr aufnehmen. Schliesslich habe ich ja auch neue Kontakte gefunden, beispielsweise in einer Selbsthilfegruppe.

Ich denke, ich kann einfach nicht von allen erwarten, diesen Weg mit mir zu gehen, denn das ist schwer. Es ist aber sicherlich schön, wenn das Umfeld flexibel reagiert; denn diesen Weg mitzugehen, fordert eine gewisse Flexibilität. Und das überfordert wohl viele Leute.

 

G: Du bist anfänglich offen mit deiner Erkrankung umgegangen, hast dann aber bald bemerkt, dass viele, besonders auch auf der Arbeit, nur noch die Kranke in dir sahen. Möchtest du diese Erfahrung ein wenig ausführen – wie fühlt es sich an, am Arbeitsplatz stigmatisiert zu werden und welchen Umgang hättest du dir gewünscht?

K: Da ich fast zwei Monate stationär war, musste ich meine Arbeitskolleg_Innen und Vorgesetzten über die Krankheit informieren. Auch als ich nach dem Klinikaufenthalt die Arbeit zu 50 % wiederaufnehmen konnte, war ich noch nicht ganz gesund. Das haben meine Arbeitskolleg_Innen miterlebt. Ich konnte mein Pensum dann aber relativ rasch steigern und wäre wieder voll leistungsfähig gewesen. Trotzdem wurde ich weiter geschont d.h. es wurden mir keine Projektmitarbeiten mehr zugetraut und ich musste meinen Arbeitskolleginnen die einfacheren Arbeiten, welche mich unterforderten, abnehmen, während sie die interessanten Zusatzarbeiten zugeteilt erhielten. Obwohl ich das gegenüber meiner Vorgesetzten thematisierte, wurde nichts dagegen unternommen. Die Begründung war dann immer: „Du warst aber einmal krank und könntest wieder krank werden. Wir haben eine Verantwortung für dich.“

Ich hätte mir gewünscht, dass mein Arbeitgeber den Gesundungsprozess und die damit verbundene Steigerung meiner Leistungsfähigkeit mitgemacht hätte; dass er mir mit der Zeit auch wieder mehr zugetraut hätte. Denn Unterforderung kann auch krankmachen und mir war es teilweise wirklich todlangweilig.

 

G: Durch deinen Beruf als Sozialversicherungsfachperson kommst du auch im beruflichen Leben viel mit dem Thema «psychische Krankheiten» in Kontakt. Inwiefern beeinflussen sich diese beiden Perspektiven – die professionelle und diejenige jemandes, der selbst einmal eine psychische Krankheit durchlebt hat – gegenseitig?

K: Ich kam tatsächlich zuerst als Fachperson in Kontakt mit psychisch Kranken. Ich fand das damals, als ich kurz nach meiner Ausbildung meine erste Stelle antrat, eigentlich auch ziemlich spannend. Ich hatte auch nie das Gefühl, dass diese Leute «spinnen» oder gar Angst vor ihnen, da ich sie ja auch persönlich kennen lernte. Diese Erfahrungen nahm ich auch in mein weiteres Berufsleben mit.

Als ich dann selbst als Patientin in die Klinik ging, hatte ich eigentlich ebenfalls keine Angst, schon gar keine Berührungsängste.

Heutzutage scheint es in meiner Funktion für mich zwei Haltungen zu geben, die ich gut miteinander vereinen kann: Da ist einerseits die Perspektive der Gesunden, die auch ein wesentlicher Teil meiner Arbeit ist und sein muss, andererseits aber auch die Perspektive jemandes, der selbst einmal eine Episode psychischer Krankheit erlebt hat; und das hilft mir. Natürlich nimmt man manchmal den Telefonhörer ab und denkt, dass das, was die Person am anderen Ende der Leitung sagt, recht krank ist. Auf der anderen Seite, wenn ich auf meine damaligen Probleme zurückblicke, dann muss ich heute auch sagen, dass das ziemlich krank war.

 

 – Die nächsten zwei Fragen beziehen sich auf die Situation in der Schweiz –

 

G: Eine psychische Krankheit darf mit Blick auf den Beruf oder einen allfälligen Stellenwechsel nicht immer verschwiegen werden. Könntest du den Lesern einige Tipps geben, wann eine Offenlegung notwendig ist?

K: Das ist eine rechtliche Frage. Wechselt man beispielsweise die Stelle und erhält den Gesundheitsfragebogen der Pensionskasse, dann muss man die Angaben natürlich wahrheitsgetreu ausfüllen. Alles andere ist falsche Antragsdeklaration und in so einem Fall hat man leider die Pensionskassenbeiträge vergebens bezahlt.

Im Vorstellungsgespräch ist es wohl eine Ermessensfrage. Vorausgesetzt, dass man gesund ist und die geforderte Leistung erbringen kann, muss man nichts sagen. Ich habe damals nach meiner Episode und als ich wieder gesundet war, auch nichts beim Vorstellungsgespräch gesagt. Hätte man mich konkret gefragt, ob ich Erfahrungen damit habe, dann hätte ich mich wohl rausgeredet, da ich Angst gehabt hätte, dass man mich nicht nähme, weil man mir nichts zutraut.

Im Zweifelfalle würde ich mich von der Rechtschutzversicherung leiten lassen.

 

G: Es ist möglich, als psychisch kranke Person eine Invalidenrente zu erhalten, wenn man «austherapiert» ist. Dem Begriff «austherapiert» hängt aber immer noch eine grosse Unschärfe an. Was muss man momentan unter «austherapiert» verstehen und was ist deine persönliche Meinung dazu?

K: Das grosse Thema, besonders bei Depressionen, ist heutzutage vor allem, dass es diese Invalidenrente für die betroffenen, psychisch kranken Personen eben meist gerade nicht gibt, weil man davon ausgeht, dass die Krankheit vorbeigehen wird. Was man unter dem Begriff «austherapiert» zu verstehen hat, kann ich so nicht direkt benennen, da ich nicht Arzt bin. Im Grunde genommen ist es sicher aber auch ein Problem, dass viele Leute die Medikamente zu schnell wieder absetzen und teilweise rückfällig werden oder die Therapie zu wenig seriös angehen. Deshalb ist es auch so schwer an eine solche Rente zu kommen. Vielfach ist natürlich auch problematisch, dass man sich selbst als kranke Person nicht mehr helfen lässt, sondern es eigentlich einfacher fände, einfach eine finanzielle Leistung zu erhalten. Hier aber finde ich, dass man damit niemanden einen Gefallen tut. Schliesslich wird man auch mit einer Invalidenrente nicht plötzlich gesund. Im Gegenteil: Das ist dann sogar noch ein zweites gesellschaftliches Stigma, mit dem man leben muss. Kann einer Person aber wirklich nicht geholfen werden, dann ja, kann eine Invalidenrente durchaus gerechtfertigt sein.

 

G: Als Betroffene wie als jemand, der selbst mit solchen Menschen in Kontakt kommt – was sind wichtige Tipps, egal aus welcher Perspektive, die du jemandem, der selbst betroffen ist, auf den Weg geben kannst?

K: Es ist nicht ganz einfach, Tipps zu geben. Wichtig ist aber sicherlich, einfach dran zu bleiben, besonders auch auf dem medizinischen Weg, selbst wenn es momentan keinen Sinn zu machen scheint. Es ist sehr hart durchzuhalten, aber es wird Schritt für Schritt besser werden.

Was mir damals auch sehr geholfen hat und was ich auch zwei Jahre lang durchgezogen habe, ist der Besuch einer Depressions-Selbsthilfegruppe. Die wird nicht von Fachleuten, sondern von Betroffenen selbst organisiert. Oftmals hatte meine Ärztin auf Fragen wie beispielweise, wieso schon staubsaugen für mich extrem anstrengend ist, obwohl mein Körper ja eigentlich gesund ist, keine Antwort; dort aber hört man auch von anderen, denen es so geht und fühlt sich zumindest nicht mehr so allein. Dieser Austausch mit Gleichbetroffenen hat mir wirklich sehr geholfen und das waren auch die Menschen, die mir die besten Tipps geben konnten, wie ich mit der tatsächlichen Situation umgehen konnte.

 

G: Gibt es noch etwas, das du sagen möchtest?

K: Ich wünsche mir einen natürlichen Umgang zwischen psychisch kranken und psychisch gesunden Menschen. Jeder Mensch hat seine eigene Lebensgeschichte. Auch ein Mensch mit einer psychischen Erkrankung ist nicht einfach nur «krank», sondern hat auch „gesunde“ Seiten, über die du mit ihm ins Gespräch kommen kannst.

Zwei Ankündigungen

Liebe Leser_innen

Zuerst mal: Danke an alle, die tatsächlich jeweils die Beiträge lesen, die hier veröffentlicht werden, und liebe Kommentare und interessantes Feedback hinterlassen. Das Ziel dieses Blogs ist es, möglichst vielen Leuten die Erfahrungen anderer Menschen in Bezug auf psychische Leiden und auch das oftmals damit einhergehende Stigma zugänglich zu machen und so ein bisschen ein Bewusstsein für diese Problematik zu schaffen. Deshalb: Jeder, der hier mitliest, hilft, dieses Ziel ein Stückchen mehr zu erreichen – und für das bin ich sehr dankbar.

Nun aber zu den eigentlichen Ankündigungen:

Erstens: Ich habe mich nach einigem hin und her dazu entschlossen, die englische Übersetzung der Seite und der Beiträge einzustellen. Es gibt einfach schlicht und ergreifend zu wenig Leute aus dem englischsprachigen Raum, die diesen Blog tatsächlich lesen, die Übersetzungen sind immer mit einem grossen zusätzlichen Aufwand für mich verbunden und natürlich auch nicht immer perfekt fehlerfrei. Die Übersetzungen der bisherigen Beiträge werden aber oben bleiben.

Zweitens: Ich habe mich des Weiteren dazu entschieden, das Spektrum der Themen- und Personenwahl ein bisschen zu öffnen und werde bald eine kleine Beitragsserie im Umfang von 2-3 Beiträgen zum Thema „Alltag und Aufenthalt in einer psychiatrischen Klinik – ein ehemaliger Pfleger erzählt“ starten. Die Beiträge in der Beitragsserie werden sich mit den üblichen, aus der Sicht von persönlich Betroffenen verfassten Beiträgen abwechseln. Durch die Öffnung bietet sich so auch Personen, die zwar selbst nicht von psychischen Krankheiten betroffen sind, aber dennoch stark damit zu tun haben (entweder als Angehörige_r oder beispielsweise im beruflichen Kontext), eine Plattform. Zudem gibt’s viele nützliche Informationen zum Thema Klinikaufenthalt und was da eigentlich alles passiert (oder eben auch nicht), ein kleiner Perspektivenwechsel ab und zu und das Potenzial für eine sehr interessante Dynamik aus verschiedenen Sichtweisen. Wer das jetzt nicht so cool findet: Keine Sorge, es wird natürlich weiterhin interessante Beiträge aus der Sichtweise von selbst betroffenen Personen geben und das soll sich auch nie ändern.

Ich würde mich über allfällige Kommentare und Feedback freuen.

Ansonsten: Bleibt gespannt!

 

Alles Liebe

Gina (die hinter dem Blog!)

„I always say: depression is not an illness which just goes away again once you have it but will accompany you for the rest of your life; it is something, you must learn to deal with“

Mobbing, Depression und der Kampf um die eigene Sexualität

cof

Lieblingsgetränk: Selbstgemachter Ice Tee//
Favourite drink: Homemade ice tea

G: Herzlich willkommen und vielen Dank für das Interview mit dir.

J: Bitte, bitte, gern geschehen.

 

G: Erzähle mir doch ein wenig über dich selbst – wieso hast du dich überhaupt auf dieses Interview eingelassen und was ist deine Geschichte?

J: Wir kennen uns schon längere Zeit, du hast mich gefragt – hier bin ich [lacht].

Angefangen hat das Ganze im Untergymnasium – damals hat das noch «Untergymnasium» geheissen, mittlerweile nennt man das ja «Sek P» -, wo ich merkte, dass Frauen wohl nicht so mein Ding sind, sondern dass ich Männer eigentlich viel interessanter finde. Für mich persönlich war das nie ein Problem, ich dachte «who cares». Die eigentlichen Probleme begannen, als ich merkte, dass ich mich in einen aus meiner Klasse verschossen hatte. Ich fand dann irgendwann einmal, dass ich ihn ja darauf ansprechen könnte. Mehr als einfach «nein» sagen konnte er ja kaum. Leider wurde daraus ein riesen Drama, das in starkem Mobbing ausuferte, und sich in meinem unfreiwilligen Coming-Out kulminierte.

Dazu kommt, dass ich eigentlich schon immer jemand war, der nicht wirklich gross «Jungs-Interessen» verfolgte. Ich bin auch ohne irgendwelche Gender-Rollen aufgewachsen und meine Eltern haben mir immer gesagt, dass ich einfach tun soll, was mir Freude bereitet. Anscheinend war und ist das aber immer noch nicht die Norm und meine Interessen und Sexualität führten bei meinen Klassenkameraden zu Aussagen wie: «Du redest ja gar nie über Frauen» oder «du spielst ja gar nie Fussball» oder der Klassiker: «du bist ja eh schwul». Irgendwann hielt ich es dann nicht mehr aus und rief zurück: «Nun, dann bin ich halt schwul, ist doch egal». Ich dachte damals, dass das Mobbing so aufhören würde, aber es wurde letzten Endes nur noch schlimmer.

Daraus entwickelten sich dann Depressionen, die zu Suizidgedanken wurde und letztlich in einem tatsächlichen Suizidversuch endete. Das Problem ist halt, dass, wenn dir Leute tagtäglich sagen, dass du es nicht verdient hast zu leben, du das auch zu glauben anfängst.

 

G: Was geschah als Reaktion auf deine Depressionen und den Suizidversuch?

J: Ich verbrachte nach meinem Versuch eine Nacht in einer psychiatrischen Klinik. Das Problem hierbei war, dass es nicht die Kinder- und Jugendpsychiatrie war, sondern die Erwachsenenabteilung, da die Kinder- und Jugendabteilung masslos überfüllt war zu dem Zeitpunkt. Das war eine sehr prägende Nacht für mich, da ich von psychisch stark kranken Erwachsenen umgeben war und in einer Zelle übernachtete, in der man nicht einmal alleine die Fenster öffnen konnte.

Eigentlich hätte ich noch viel länger dortbleiben müssen, aber ich rief dann am zweiten Tag meine Mutter an und sagte ihr, sie solle mich sofort abholen kommen. Gegen die Ratschläge jeglicher Ärzte und Psychologen hat meine Mutter mich dann tatsächlich wieder mit nach Hause genommen. Für das bin ich ihr unglaublich dankbar.

 

G: Was hast du dann unternommen und was tust du heute noch gegen diese Depressionen?

J: Seit damals, also seit gut 8 Jahren, bin ich nun in psychologischer Behandlung; früher noch mehrmals in der Woche, heute noch alle 2 Monate für ein Check-up. Zu Beginn dachte man noch, dass das bloss eine Phase sei. Als aber die Depression auch dann anhielt, als ich die Klasse wechselte und das mit dem Mobbing sich legte, merkte man, dass das Ganze tiefgehender war, wohl auch mit einer genetischen Komponente.

Ich sage immer: Depression ist nicht eine Krankheit, die, wenn du sie einmal hast, einfach wieder weggeht, sondern sie wird dich ein Leben lang begleiten und mit dem muss man umzugehen lernen. Wenn man das schafft, dann kann man genau so gut damit leben wie mit jeder anderen Krankheit auch.

 

G: Du hast einen eigenen Youtube-Channel, auf dem du offen mit der Problematik und deiner Vergangenheit umgehst – was sind die Gründe hierfür und was für Reaktionen erhältst du?

J: Als ich mich in Therapie begab, hiess es, dass ich etwas brauche, das ich gerne mache. Ich habe dann verschiedenstes versucht: Ich zeichnete, ich schrieb viel, ich habe irrwitzig lange Tagebucheinträge verfasst – nur habe ich mir die ganze Situation dort dann meist bloss noch schlimmer geredet [lacht]. Irgendwann merkte ich aber dann, dass ich sehr gerne fotografiere und Videos erstelle, weshalb ich diesen Channel gründete. Das Ganze wurde dann ein wenig zu einer Art öffentlichen Therapie für mich, was vielleicht merkwürdig wirkt, weil man denkt, dass jemand, der Depressionen hat, das mit sich selbst ausmachen muss. Mir aber hat es wirklich geholfen, diese Themen öffentlich anzusprechen, um damit abschliessen zu können. Ich finde es ausserdem extrem wichtig, auch über die Schattenseiten des Lebens sprechen zu können und beispielsweise auf Themen wie Mobbing oder den Fakt, dass Homosexualität auch in einem Land wie unserem immer noch nicht als etwas Selbstverständliches angesehen wird, hinzuweisen. Schon alleine diese Themen öffentlich anprangern zu können, hat mir sehr geholfen.

Als ich mit schweren Depressionen zu kämpfen hatte, hätte ich mir zudem gewünscht, dass jemand über diese Dinge spricht. Ich erhalte denn auch meist positive Reaktionen und viele sagen mir auch, dass ich ihnen geholfen habe. Natürlich gibt es auch die Haters, die irgendeinen Mist schreiben, den man dann nicht allzu ernst nehmen darf, sondern einfach gleich löschen sollte. Wenn mir jemand «du Schwuchtel» schreibt, dann sehe ich das nicht als Beleidigung; okay, wir leben nicht mehr im 19. Jahrhundert, aber was soll’s, dann wirst du einfach gelöscht und Punkt. Einige Leute werfen mir aber auch vor, das Ganze bloss zu Aufmerksamkeitszwecken zu machen und das trifft mich dann schon ein wenig mehr. Schliesslich ist das nicht meine Intention; ich will primär Aufmerksamkeit für das Thema generieren.

 

G: Was muss sich ändern, damit das, was du durchleben musstest, nicht mehr passiert?

J: Ich finde es schwierig, hierauf eine Antwort zu geben. Ich habe das Gefühl, dass es eigentlich zu meiner Schulzeit schon Präventivprogramme gegeben hat. Das Problem ist vielmehr, dass man das als pubertierender Schüler selten wirklich ernst nimmt. Dazu kommt, dass für viele in dem Alter Homosexualität als Beispiel etwas Merkwürdiges ist, was es aber für mich eigentlich nie war. Wahrscheinlich würde es deshalb mehr nützen, bereits in einem jüngeren Alter Aufmerksamkeit für solche Themen zu schaffen.

Es wäre sicherlich auch wichtig, Mobbing intensiver zu beobachten. Wir hatten zwar an unserer Schule schon eine Anlaufstelle, aber die wurde so gut wie nie genutzt. Deshalb sollte der Klassenlehrer am besten die Klassendynamik etwas besser im Auge behalten. Diejenigen, die gemobbt werden, sind schliesslich wahrscheinlich nicht die ersten, die zum Lehrer rennen und ihm sagen, dass sie eben gemobbt werden. Bei mir wurde auch erst reagiert, als ich versucht habe, mir das Leben zu nehmen. Und wenn das auch geklappt hätte, dann wäre das definitiv zu spät gewesen.

 

G: Was würdest du Personen raten, die mit ähnlichen Problemen zu kämpfen haben?

J: Wichtig ist, dass man sich nicht einreden lässt, dass man das alles nur der Aufmerksamkeit wegen macht oder dass man das alles nur vortäuscht. Ebenfalls wichtig zu wissen, ist, dass es wirklich besser werden kann. Früher konnte man mir das 100 Mal sagen und ich glaubte es damals nicht, aber bei Depressionen ist Zeit tatsächlich ein wesentlicher Faktor. Natürlich ist es auch unerlässlich Hilfe zu suchen. Mir ist das damals nicht so gut gelungen. Häufig hat man nämlich eine Art Tunnelblick: Man sieht nicht mehr nach links oder rechts, sondern nur geradeaus und übersieht die Freunde, die eigentlich da sind und einem helfen würden. Man sollte sich auch nicht zu schade sein, einmal zu einem Psychologen oder Psychiater zu gehen. Das ist zwar unglaublich verpönt, aber das sollte es gar nicht sein. Auch Spitzenpolitiker oder Top-Manager sind teilweise in Therapie.

 

G: Was würdest du Freunden oder Verwandten von betroffenen Personen raten?

J: Das ist eine schwierige Frage, denn ich weiss noch, dass meine Eltern beispielsweise damals nicht wirklich an mich herangekommen sind. Es wäre sicher gut, wenn man der betroffenen Person Anlaufstellen aufzeigt, bei denen sie sich melden kann. Ich finde aber, dass man die Person auch nicht zu arg bedrängen sollte. Darauf zu beharren, dass sie mit dir redet, kann dazu führen, dass sie sich noch mehr verschliesst.

 

G: Gibt es etwas, das du noch abschliessend erwähnen möchtest?

J: An alle, die jemanden kennen, der Depressionen hat: Glaubt nicht, dass diese Person automatisch absolut unfähig ist, am normalen Leben teilzunehmen. Ich bin nun seit gut 8 Jahren in Behandlung und nach einer Auszeit von gerade mal 2 Wochen damals war ich trotz starker depressiver Gedanken wieder ganz normal fähig, am alltäglichen Leben teilzunehmen. Gebt diesen Leuten Mut, anstatt ihnen zu sagen, dass sie nicht am alltäglichen Leben teilnehmen können; und seht in ihnen nicht bloss den Kranken.

Mit der ausdrücklichen Zustimmung von J. verlinke ich hier im Folgenden seinen Youtube-Channel: https://www.youtube.com/user/smileypeacefun

Bullying, Depression and The Struggle For One’s Own Sexuality

 

G: Welcome and thank you for letting me conduct this interview with you.

J: You are very welcome.

 

G: Tell me a bit about yourself – why did you agree to this interview and what is your story?

J: Well, we have known each other for quite a while now, you asked – here I am [laughs].

Everything started in pre-highschool [6th-8th grade], where I realised that women are probably not my thing and that I find men much more interesting. Personally, that was never a problem for me. I thought “who cares”. The actual issues started when I noticed that I had fallen for a guy in my class. I eventually thought that I might as well tell him. I mean, he could not really say anything more than “no”, could he. Unfortunately, this developed into a huge drama, which lead to severe bullying and eventually culminated in my involuntary coming-out.

On top of that, I have always been someone who does not really have “boys-interests”. I also grew up without any gender roles and my parents used to tell me to just do what makes me happy. Apparently, this was and still is not the norm and my interests and sexuality led to statements from my classmates, like: “You never talk about girls” or “you never play football” or the classic: “you are probably gay”. Some day I just could not take it any longer and yelled back: “Well, maybe I AM gay”. At that time, I thought that the bullying would stop but it just got worse and worse.

All of this led to depressions and from the depressions to suicidal thoughts, which eventually ended in an actual suicide attempt. The problem is that if people constantly tell you that you do not deserve to life, you eventually start to believe it yourself.

 

G: What happened as a reaction to your depression and your suicide attempt?

J: I stayed in the psychiatric ward for a night. The only problem was that it was the adult ward instead of the children’s and adolescent’s one as that one was completely overcrowded at that time.

That night has had a lasting effect on me as I was surrounded by mentally very ill adults and slept in a cell where you could not even open the windows on your own. As a matter of fact, I should have stayed there for much longer but I called my mother on the second day and told her to come fetch me immediately. Against the advice of all doctors and psychologists, my mum effectively took me back home again the next day. I am very grateful for that.

 

G: What did you do then and what are you currently doing against the depression?

J: Ever since back then, which is now a good 8 years ago, I have been in psychological treatment; back then several times a week, nowadays once every 2 months for a check-up. In the beginning, they thought that it was just a phase. But when the depression did not get better when I changed classes and the bullying gradually stopped, they realised that it was actually more severe, probably also with a genetical component to it.

I always say: depression is not an illness which just goes away again once you have it but will accompany you for the rest of your life; it is something, you must learn to deal with. If you manage to do this, you can live with it just like you can live with any other illness.

 

G: You have your own Youtube channel, where you address these topics and your past freely – what are the reasons for this and what reactions do you get?

J: When I started therapy I was told that I need something that I like to do. I tried several different things: I drew, I wrote a lot, including ridiculously long diary entries – even though I usually only made everything sound even worse than it actually was [laughs]. However, at some point I realised that I really liked photography and making videos, which is why I created the channel. This eventually became like some sort of public therapy for me, which might seem a bit weird as people usually think that, if you suffer from depression, you should fight against it in private. However, it really helped me to address these topics publicly to be able to put them behind me. Moreover, I find it extremely important to talk about the negative sides of life, too, and to draw attention to topics such as bullying or the fact that homosexuality is still not seen as something natural or normal.

In addition, when I was battling severe depression, I would have wished that someone talked about these things. Usually, I do get positive feedbacks and most people tell me that I was able to help them. Of course, there are always haters, who just write some bullshit, which you should not take too seriously but rather delete immediately. When someone tells me “you faggot”, then I do not really feel offended by that; alright, we do not live in the 19th century anymore, but who cares, you will just get deleted. There have been a couple of people accusing me of doing all of this because of the attention and this does hurt me a bit more; but that is not my intention. I primarily want to raise awareness for the topic.

 

G: What must change so other people do not have to go through the same thing as you?

J: I find it difficult to give an answer to this. I have the feeling that there have already been like preventive programs when I went to school. The problem is rather that as a pubescent student, hardly anyone takes them seriously. In addition, homosexuality, as an example, is still something strange for most kids at that age, even though it never has been for me. That is why it would probably be more useful to generate attention for these kinds of topics at a younger age already.

It is certainly also important to have a more watchful eye on bullying that might be going on in classes. Even though we did have a place to go to, it was hardly ever used. That is why one needs to have a closer look at class dynamics. After all, the person that is being bullied is hardly going to be one running to the teacher, telling him that he is indeed being bullied. In my case, people only reacted once I tried to take my own life. If I had actually succeeded, this would definitely have been too late.

 

G: What would you say to people who are struggling with similar problem?

J: It is important not to let anyone tell you that you are doing it all for attention-purposes or that you are faking it. What is also important to know is that it does get better. Before you could tell me this 100 times and I did not believe it back then but time is a very important factor when it comes to depression. Of course, it is also vital to seek help. I did not really succeed at that at the time. Often, you have like a tunnel vision: You do not look left or right but only straight ahead and you overlook the people that are around and willing to help you. In the end, you should also not be afraid to visit a psychiatrist or a psychologist. I know that this is still frowned upon but it should not be like that. There are top politicians and top managers who attend therapy, too.

 

G: What advice would you give to friends or family who know someone who has these kinds of problems?

J: This is a difficult question because I remember that, for example, my parents had a hard time getting through to me. It would certainly be good to show the person where they can go if they need help. However, I also think that you should not hassle the person concerned. To insist on them having to talk to you can lead to them just closing up even more.

 

G: Is there anything you would still like to say?

J: To all the people out there who know someone dealing with depression: Do not believe that this person is automatically completely unable to participate normally in everyday life. I have been in therapy for 8 years now and after I had taken out time for 2 weeks I was able to participate normally again in day-to-day life despite having severe depressive thoughts. Encourage these people instead of telling them that they cannot participate in daily life and do not just see a sick person in them.

With J's explicit consent I am linking J's Youtube-channel here: https://www.youtube.com/user/smileypeacefun

„It kind of works like when you tell someone: “Don’t think of a pink elephant” and what do you end up thinking about? Pink elephants“

Wie es sich anfühlt, eine Zwangsstörung zu haben, und was man dagegen tut

mde

Lieblingsgetränk: Stilles Wasser//
Favourite Drink: water without gas

 

G: Liebe P, herzlichen Dank für deine Einwilligung zu diesem Interview.

P: Gern geschehen, ich freue mich hier zu sein.

G: Gehen wir über zur ersten Frage: Wann und wie hat sich die Zwangsstörung bei dir bemerkbar gemacht?

P: Angefangen hat es bei mir im Sommer bzw. Herbst 2012. Die Krankheit kam schleichend. Erstmals bemerkt habe ich sie in den Ferien in Südfrankreich, als ich – ganz klassisch – Dinge immer wieder an den genau gleichen Ort stellen musste. Das hat mich damals zwar weder gestört noch beeinträchtigt, war aber ein erstes Zeichen.

Dieses erste Aufkommen der Zwangsstörung koppelte sich irgendwie an tolle Erfahrungen, die ich in den Ferien machte. In meinem Kopf verbanden sich diese zwei Aspekte und ich dachte, dass, wenn ich die Dinge beispielsweise immer wieder an den genau gleichen Ort stellte wie am Tag zuvor, an dem etwas Schönes geschehen war, dann der nächste Tag ebenfalls ein guter werden würde. Ich richtete dann schliesslich mein ganzes Leben so aus: «Mach das und dann geschieht das, mach das nicht, dann geschieht auch das nicht» usw.

 

G: Interessant scheint hier, dass sich deine Krankheit ja eigentlich aus positiven Ereignissen heraus entwickelt zu haben scheint?

P: Eigentlich ja, zumindest denke ich, dass das so begonnen hat. Es ist sicherlich aber auch eine Frage der Persönlichkeit. Leistung war mir immer schon sehr wichtig, ich bin perfektionistisch veranlagt und habe immer grosse Angst gehabt zu versagen. Wahrscheinlich spielte auch das insofern eine Rolle, als ich immer auch schon Angst gehabt hatte «zu fallen» und dies gewissermassen mit meinen Zwängen zu verhindern versuchte.

 

G: Wie schritt die Krankheit fort?

P: Als ich dann heimkam, begann ich beispielsweise bestimmte Dinge immer eine gewisse Anzahl von Malen anzufassen. So fing ich zum Beispiel damit an, mein Glas immer 22 Mal zu berühren; vielleicht weil die Zahl 2 lange meine Lieblingszahl war, 2 Mal anfassen mir aber zu wenig gewesen wäre. Natürlich merkte ich irgendwann, dass das recht auffällig war. Deshalb verschob ich das Ganze später in meine Gedanken. Das war dann wohl der Moment, an dem ich unfreiwillig entschied, alles im Kopf zu machen.

Die Krankheit wurde irgendwann sehr aggressiv. Bereits Ende Oktober/ November/ Dezember – so um diese Zeit herum – merkte ich, dass etwas nicht mehr stimmte.

 

G: Viele Zwangserkrankungen kreisen ja um spezifische Themengebiete – wie war das bei dir?

P: Meine Hauptthemen, sozusagen, waren vor allem Genuss, Gesundheit, Tod und Gott, obwohl ich eigentlich überhaupt nicht religiös bin im traditionellen Sine.

Ich hatte dann aus dieser sich irgendwann bildenden, extremen Furcht vor der Zwangsstörung heraus die Angst, dass das, was ich denke, auch wahr werden wird. Das ist das Perfide daran: Du hast irgendwann diese Impulse, diese spontanen Gedanken, durch die du das Gefühl bekommst, der schlechteste Mensch auf Erden zu sein, weil du jeden dieser Gedanken ernst nimmst und auch wirklich glaubst, dass du es tatsächlich so meinst. Deshalb musst du diese Gedanken sofort irgendwie umlenken, weil du Angst hast, dass sie ansonsten wirklich werden. Ich fing dann eben an, diese Gedanken zu «neutralisieren» [Anmerkung: Gemeint ist, die schlechten Gedanken und Impulse durch bestimmte andere ritualisierte Gedanken quasi auszugleichen, um so das Wahrwerden jener Gedanken zu verhindern]. Sprich, anstatt dass ich 22 Mal irgendeine Wand berührte, um ein Unheil abzuwenden, was ja eben recht auffällig war, ging ich alles im Kopf durch.

 

G: Kannst du vielleicht ein Beispiel geben, wie das Ganze ablief?

P: Ich weiss noch, dass einmal jemand an mir vorbeilief und ich aus dem Nichts den Gedanken hatte: «Ich wünschte mir, diese Person würde an Krebs sterben» – einfach so. Es begann damals damit, dass ich also anschliessend 5 Mal im Kopf für mich dachte: «Nein, sie soll gesund und lebendig von und im Herzen leben». Nach diesen 5 Mal ebbte dann jeweils die Angst ab und ich hatte das Gefühl, die Welt und mich gerettet zu haben. Das Problem war nur, dass sich die Repetitionen im Laufe meiner Zwangserkrankung auf rund 100 Mal steigerten. Rein zeitlich ging das ja noch, nur leider wurde auch die Angst irgendwann intensiver und die Impulse häufiger, sodass ich das Ganze immer und immer wieder machen musste. Es funktioniert so nach dem Prinzip: «Denk nicht an einen rosa Elefanten» und an was denkt man? Einen rosa Elefanten. Dazu kommt, dass ich während dem Repetieren selbst immer in der genau gleichen Position verharren musste. Das liegt daran, dass ich das Gefühl hatte, dass, wenn ich mich bewegte, der Moment, in dem ich das Unheil noch verhindern konnte, vorbei war.

Generell hatte ich massive Probleme mit jeder Art von Beginn oder Neuanfang. So wurde es beispielsweise schwierig, überhaupt aufzustehen oder ins Tram zu steigen, weil ich in meinem Kopf immer zuerst eine Situation abschliessen musste, die Gedanken zu Ende führen musste, ehe ich etwas Neues anfangen konnte. Ein krasses Beispiel, an das ich mich gut erinnern kann, ist, als mein Vater mich einmal von der Schule abholen kam und mich um 16:00 Uhr zuhause ablud und als er um 22:00 Uhr wieder zurück kam, war ich immer noch in derselben Position, in der er mich verlassen hatte.

Das führte irgendwann auch zu gesundheitlichen Problemen. Beispielweise musste ich mein Essen spezifisch reduzieren, weil ich wusste, dass ich wegen meinen Zwängen in 2 Stunden vielleicht 3 Löffel Pasta schaffte. So verlor ich schon mal 8kg und konnte auch in der Schule kaum mehr essen.

 

G: Wie hat dein Umfeld reagiert?

P: Es ist natürlich klar, wie bereits einige Male angedeutet, dass so ein Verhalten auffällt. Wir hatten damals glücklicherweise eine echt tolle Klasse und einige fingen dann auch wirklich an, sich um mich zu kümmern, auch wenn sie anfangs dachten, dass ich magersüchtig bin. Das mit dem Essen war wahrscheinlich insgesamt auch etwas vom Schwierigsten für mich, denn eigentlich liebe ich es zu essen. Essen ist aber ziemlich schwierig, wenn man dabei mit Gedanken konfrontiert wird wie: «Kinder in Afrika verhungern und du isst hier einfach so» und du dann zusätzlich noch den Impuls hast: «Ich will, dass sie alle verhungern».

 

G: Wie, würdest du sagen, fühlt sich die Krankheit an?

P: Die Krankheit ist einfach nur unfassbar anstrengend, wirklich. Man denkt konstant. Und irgendwann ist es einem auch egal, wenn andere Leute einem anstarren oder man 2 Stunden irgendwo steht und Dinge durchneutralisiert.

 

G: Wann hast du gemerkt, dass es nicht mehr geht, und was hast du dagegen unternommen?

P: Das war im Dezember. Ich merkte, dass ich weder mich normal am Morgen mehr anziehen noch dass ich normal essen oder mich mit Freunden treffen konnte. Ich unternahm schliesslich ein Experiment. Ich nahm mir vor bis zum 21.12 alles zu neutralisieren, was ich nur konnte. Alles. Und würde es noch so lange dauern. Und dann würde ich am nächsten Morgen das Neutralisieren einfach komplett sein lassen.

Das hat interessanterweise tatsächlich funktioniert. Ich bin am nächsten Morgen aufgewacht und war für 2 Wochen der glücklichste Mensch auf Erden. So glücklich wie auch während meiner eigentlichen Heilungsphase nie mehr wieder.

 

G: Du deutest es bereits an – das hat dann nicht angehalten?

P: Nein, etwa 2 Wochen nach Schulanfang, als es wieder strenger wurde, kam es auf einmal wieder zurück, beinahe unvermeidbar. In dieser Zeit habe ich nochmals ungefähr 5kg abgenommen. Ich habe aber dann gemerkt, dass es nicht so weitergehen kann. Auch meine Eltern wussten, dass etwas unternommen werden musste, selbst wenn sie zunächst ratlos waren.

 

G: Was hast du dann schliesslich unternommen?

P: Ich meldete mich zur Therapie an bei einem Psychologen, der mit der Kanti zusammengearbeitet hat*  und der mich eigentlich ziemlich fix diagnostizieren konnte. Ich blieb dann letzten Endes rund 2 Jahre bei ihm in Therapie und das war mit Abstand das Beste, was ich jemals hätte machen können.

Er machte dann auch so Art Ausflüge mit mir. Einmal gingen wir beispielsweise zu unserer Dorfkirche, quasi zu Gott selbst also, und dann musste ich die Kirche anfassen und dazu denken: «Gott ist ein Arschloch». Ich kann mich noch genau daran erinnern: Ich dachte, ich sei blasphemisch und verflucht und die Welt würde gleich untergehen.

Das Heilkonzept dahinter ist eigentlich ganz banal: Du musst bei der Angst aufhören und das, indem du einfach nicht neutralisierst. Das heisst letztlich, dass du auf dieser Angst sitzen bleibst. Und das musst du aushalten können, was für einen Moment einfach einmal nur schrecklich ist. Irgendwann merkst du aber, dass die Welt sich immer noch dreht und dass die Angst nach einer gewissen Zeit abzuebben beginnt; dass eine Last von dir abfällt.

*Anmerkung: P. möchte explizit Herrn Dr. Landert von Land in Sicht erwähnen und sehr empfehlen für eine Behandlung im Raum Zürich.

G: Wie sah der weitere Weg deiner Genesung aus?

P: Nach diesen Erlebnis mit der Kirche war das bei mir ein Dominoeffekt. Innerhalb von 6 Monaten war ich beinahe komplett geheilt. Die Fortschritte waren wirklich massiv. Nach 2-3 Wochen konnte ich bereits am Morgen wieder meine Tasche packen, eigentlich wieder ein recht normales Leben führen, da ich auch effektiv wieder daran teilnehmen konnte. Natürlich war die Krankheit immer noch da, aber man beginnt sein ganzes Leben unzukrempeln, all die Pseudowerte, das Weltbild, das man sich irgendwie auch aufgebaut hat, über den Haufen zu werfen. Das ist zwar eine extreme Umstellung, die viel Mut kostete, da man gewissermassen in die Ungewissheit springt, aber ich merkte schnell, dass sie mir und meinem Umfeld auch extrem gut tat.

Was wohl am längsten noch zu überwinden gedauert hat, war das mit dem Essen, weil es mit Abstand am meisten mit Genuss für mich verbunden war. Im Mai des nächsten Jahres meinte deshalb mein Psychologe schliesslich zu mir, dass es so nicht weiter gehen könne. Ich hatte bis zu dieser Zeit stetig weiter abgenommen und war bei einem Normalgewicht von etwa 65kg schliesslich bei gerade einmal 50kg angelangt. Auch da half mir mein Psychologe enorm, indem er eines Tages zu mir nachhause kam und die schlimmsten Neuigkeiten aus der Zeitung vorlas, während ich kontinuierlich weiter mein Frühstück essen und das aushalten musste.

Ich wünsche diese Krankheit niemandem, aber dieses Gefühl, wieder essen zu können, einfach das Haus verlassen, die Türe schliessen, deine Tasche normal packen zu können – was du willst, wann du willst und wie du willst – ohne dazusitzen und eine innere Tragödie durchzumachen ist echt unbeschreiblich befreiend, bestärkend und wunderschön.

Ich habe Vollgas gegeben, mich all diesen Sachen, die schwierig waren, ausgesetzt, bin richtiggehend rebellisch geworden und habe so nicht nur bis zum Sommer eine regelrechte Heilung durchgemacht, sondern auch innerhalb von ungefähr 3 Monaten mein Normalgewicht wieder erreicht [lacht].

 

G: Was für Erfahrungen nimmst du mit?

P: Ich bin generell unglaublich dankbar für die Freiheit, die ich jetzt habe, das nehme ich mit. Ausserdem habe ich früher immer extrem Angst vor dem Fall gehabt, vor dem Versagen – wenn du aber einmal tatsächlich mit 11 Minuspunkten im Gymnasium ins neue Jahr startest, dann hast du viel weniger Angst vor dem Versagen, da du tatsächlich einmal völlig widerwillig an einen der Punkte gelangt bist, vor denen du dich am meisten gefürchtet hast.

 

G: Was würdest du persönlich Betroffenen raten?

P: Personen, die merken, dass sie etwas in diese Richtung haben, egal, ob sie bereits an einen dieser Knackpunkte angelangt sind, sollen am besten Hilfe suchen und sich in Therapie begeben; auch wenn es natürlich ein Weilchen dauern kann bis man sich das selber eingestehen kann. Aber es wird nur schlimmer werden, wenn man keine Hilfe sucht, besonders dann, wenn es weltbildverändernd wird.

 

G: Was würdest du Angehörigen oder Freunden von Betroffenen raten?

P: Ganz wichtig ist, dass, wenn man beobachtet, dass eine Person sich zwanghaft zu verhalten beginnt, man nicht gerade einen emotionalen Meltdown hat, sondern in erster Linie der Person zu vermitteln gibt, dass das Ganze okay ist und nichts, wofür man sich schämen oder womit man sich allein fühlen müsste. Man sollte aktiv auf die Person zugehen und aktiv Lösungen zu finden suchen und nicht warten, bis die Person selbst etwas dagegen unternimmt, denn das kann sehr lange dauern. Das ist sehr wichtig.

 

G: Herzlichen Dank für das Interview, P.

P: Das ist gern geschehen.

Zwangsstörung: Bei einer Zwangserkrankung treten sogenannte Zwangsgedanken und Zwangshandlungen auf. Zwangsgedanken äussern sich in zwanghaft immer wieder auftretenden Gedanken und Impulsen wie Zweifel, Befürchtungen, Grübel- oder Wiederholungszwänge (bestimmte Sätze oder Wörter müssen auf eine bestimmte Art und Weise oder eine bestimmte Anzahl von Malen wiederholt werden), deren Inhalt als unsinnig erkannt, gegen die aber nichts unternommen werden kann. Zwangshandlungen dagegen bezeichnen zwanghaft ausgeführte Handlungen wie beispielsweise der Zwang bestimmte Dinge immer wieder zu berühren oder zu zählen, deren Unterlassen zu starken Ängsten und Anspannung führt. Es treten nicht in jedem Fall beide Symptome auf1

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What Having OCD Feels Like and What You Should Do About It

G: Dear P, thank you for meeting me!

P: You are welcome, I am happy to be here.

 

G: Let’s start with the first question: When and how did the OCD first become noticeable?

P: It started in summer resp. autumn 2012. The illness came slowly creeping up on me and I first noticed it during my holidays in Southern France when I – very typical for the illness – repeatedly had to put things in the very same place again. It did not bother or impair me in any way back then but it was a first warning sign.

This first surfacing of the illness was kind of connected to good experiences and memories I made during my holidays. In my head those 2 aspects merged together and I started to think that if I, for example, put certain things always back in the same position they were the day before, when something nice had happened, the next day would become a good one, too. I eventually started to live my whole life like this: “Do this and this will happen, don’t do that and this won’t happen” etc.

 

G: It is interesting that your illness basically seemed to have developed out of positive events, did it not?

P: Actually, yes, or at least I think it started like that. It is, however, surely also a matter of personality. Performing well has always been important to me, I am certainly rather perfectionist and I have always been afraid of failure. I guess this also played a role insofar as I have also always been afraid of “falling” and kind of tried to prevent this with my obsessions and compulsions.

 

G: How did the illness proceed?

P: When I came back from my holidays, I, for example, started to touch certain things a certain amount of times. I would, for example, touch my glass 22 times; maybe because the number 2 has always been my favourite number but touching things just twice just did not seem to be enough. Of course, I eventually realised that this is quite noticeable. That is why I later transferred my compulsions from doing them on a physical level to doing them in my mind. That is probably the moment I involuntarily decided to just do everything in my head.

The illness eventually became very aggressive. By October/ November/ December, somewhere around that time, I already realised that something was wrong.

 

G: Many people with OCD have certain topics their obsessions and compulsions are focused around. Were there any such topics for you?

P: My main topics – so to speak – were primarily enjoyment, health, death and god, even though I am not at all religious in a traditional sense.

Due to the extreme anxiety which resulted out of the OCD, I eventually became afraid that what I think would become real. This is what makes it so perfidious: At some point, you get all these impulses, those spontaneous thoughts because of which you start to feel as if you were the worst person in the world because you take each of these thoughts seriously and honestly believe what you think. Due to this, you immediately have to somehow redirect those thoughts because you are also terribly afraid of them becoming reality. That is why I began to “neutralise” them [Comment: What is meant by “neutralise” is to revert the bad thoughts and impulses through certain other ritualised thoughts to stop the bad thoughts from becoming true]. Say, instead of touching a wall 22 times to stop something bad from happening, which is, as I mentioned before, very noticeable, I just did it all in my mind.

 

G: Could you give an example of what this looked like?

P: I still know how once someone walked past me and out of nothing I had this thought of: “I wish this person would die of cancer” – just like that. I would then repeat 5 times to myself in my head: “No, they shall live healthily and with liveliness from and in their heart”. After those 5 times, the anxiety would eventually fade away and I would get this feeling of having saved both the world and myself. The only problem was that during the progression of my OCD these eventually became 100 repetitions. This might still have worked out quite well time-wise but the issue was that at some point, the anxiety itself became more intense and the impulses more frequent, such that I had to repeat this whole process over and over again time after time. It kind of works like when you tell someone: “Don’t think of a pink elephant” and what do you end up thinking about? Pink elephants. On top of that, I always had to remain in the exact same position while repeating those thoughts to myself. This is due to my feeling that if I moved, the moment in which I was still able to advert something bad from happening, would have passed.

In general, I had massive problems with all sorts of new beginnings. For example, it became increasingly difficult to even get out of bad or board a tram as in my head I always had to finish whatever situation, whatever thought was at hand, before I could start something new. A quite extreme example I remember vividly was when my dad came to pick me up from school at 4pm and when he came back at 10pm, I was still frozen in the same position he had left me 6 hours ago.

Eventually, this also lead to health problems. I e.g. had to specifically reduce my food because I knew that due to my compulsions I would only be able to eat 3 spoon-fulls of pasta in 2 hours. Like this, I lost 8kg and was also barely still able to eat at school.

 

G: How did the people around you react?

P: It is, of course, as I have mentioned previously, obvious that such a behaviour does not go unnoticed. Luckily, we were a very cool class at that time and some people effectively started to look after me, even though in the beginning they thought that I was actually suffering from anorexia nervosa. I think the compulsions and obsessions regarding food were some of the most difficult for me because I do really love to eat. Eating, however, is quite difficult if you are constantly confronted with thoughts like: “Children in Africa are starving to death and you are just eating here like that” and then, on top of that, get the impulse: “I want all of them to starve to death”.

 

G: What would you say does the illness feel like?

P: It is honestly just really exhausting. You think constantly. And at some point, you just do not care anymore whether other people stare at you or if you just stand somewhere for 2 hours, neutralising all your thoughts.

 

G: When did you realise that it could not go on like that and what did you do then?

P: That was in December. I realised that I could not normally dress in the morning anymore nor that I could eat normally or meet with friends normally. I finally conducted an experiment. I told myself that until the 21.12, I would neutralise everything I could. Everything. No matter how long it would take. And then I would just stop the neutralising all together the next day.

Interestingly enough, that actually worked. I woke up the next day and for the following 2 weeks I was the happiest person on earth. I have never been this happy again during my actual healing phase.

 

G: You do hint at it already – this did not last?

P: No, about 2 weeks after school had started again, when everything got harder again, it all came back, almost inevitably. During this time, I lost approximately another 5kg. I did, however, realise that this could not go on. My parents, too, knew that something had to be done, even though they were quite clueless about what to do in the beginning.

 

G: So, what did you do, eventually?

P:  I made an appointment at a therapist’s, whom had previously been working with the school I was attending at that time* and who was able to diagnose me quite easily. I eventually attended therapy for 2 years and that was by far the best thing I could ever have done.

He would also do kind of like little excursions with me. One time, for example, we went to the church in my village, to god himself, so to speak, and I had to touch the church and think to myself: “God is an asshole”. I can still remember this moment clearly: I thought I were blasphemous and cursed and felt like the world was going to end at any moment.

The concept behind such actions is actually very simple: You need to stop where the fear starts by just not neutralising your thoughts. That eventually means to remain stuck with your anxiety. And you need to be able to endure this, which is horrible for a moment. At some point, however, you start to realise that the world is still turning and that the anxiety starts to die away; that a burden falls off you.

*Comment: P. would like to explicitely recommend Mr. Dr. Landert from Land in Sicht in the area of Zurich.

G: What did the rest of your way of recovery look like?

P: After the incident with the church, it was like a domino effect. In a time of about 6 months I had almost completely recovered. The progress was definitely immense. After 2-3 weeks, I was already able to pack my bag in the morning again and basically able to live almost a normal life again as I could participate in it again. Of course, the illness was still there but you begin to turn your whole life around, to throw away all these pseudo-values, this world view which you had built yourself. It is an extreme change, which takes a lot of courage as you basically jump into the unknown, but I realised quickly that both the people around me and I profited extremely from that, too.

What probably took the longest to overcome was this whole food thing because food was by far the thing that was most connected to pleasure for me. That is why in May of the next year, my psychologist said to me that it could not go on like this. Up to this point, I had still been losing more and more weight and with my weight normally somewhere around 65kg, I had eventually come down to a mere 50kg. But this is another point where my psychologist helped me greatly by one day coming to my home and reading the worst news from the papers while I had to eat my breakfast continually without stopping and just stand it.

I do not wish this illness upon anyone but this feeling of being able to eat again, to just leave your house, to close the door, to pack your bag normally – what you want, how you want and when you want – without going through an inner tragedy is just indescribably liberating, strengthening and beautiful.

I really gave it my everything. I exposed myself to all the things that were difficult for me, became almost rebellious and like this, did not only go through a proper transformation until summer but also managed to almost reach my normal weight again in the course of 3 months [laughs].

 

G: What experiences and lessons do take from this?

P: I am generally extremely grateful for the freedom that I have now. Moreover, in the past I had always been afraid of falling, of failing – but if you actually start with 11 minus points into the new semester of high school once, you are really a lot less afraid of failing afterwards because completely unwillingly, you did actually end up once at one of the points you were always most afraid of.

 

G: What would you personally recommend the people affected by this illness?

P: People who start to realise that they might have OCD, no matter if they are already at a breaking point or not, do best to look for help and start a therapy; even though, of course, it can take a while to admit this to yourself. However, it will only get worse if you do not look for help, especially, when it starts to change your view of the world.

 

G: What would you recommend relatives or friends of a person affected by this illness?

P: It is very important that, if you see someone starting to act obsessively or compulsively, you do not have an emotional meltdown but first and foremost try to signify that it is okay and nothing you should be ashamed of or feel alone with. You should actively take a step towards that person and actively try to find solutions and not wait until the person does something themselves as this can take a very long time. This is very important.

 

G: Thank you, P, for the interview.

P: You are welcome.

OCD (Obsessive-Compulsive Disorder): OCD can be divided into obsessions and compulsions. Obsessions are reoccurring thoughts and impulses such as intense doubts, worries or the compulsion to repeat certain words or sentences in a certain manner or a certain amount of times. The people affected realise that the content of these thoughts is unreasonable but they cannot do anything to change them. Compulsions on the other hand are actions which are compulsively acted upon such as the compulsion to touch or count certain things over again. The omission of these actions leads to a significant amount of anxiety and distress. Not all cases of OCD encompass both symptoms2.

 

Quellen/ Sources

1 „Zwangsstörung“. Wikipedia, URL: https://de.wikipedia.org/wiki/Zwangsst%C3%B6rung [Letzter Aufruf: 04.09.2017]

2 „Obsessive-compulsive disorder“. Wikipedia, URL: https://en.wikipedia.org/wiki/Obsessive%E2%80%93compulsive_disorder [Letzter Aufruf: 04.09.2017] 

Got Inner Demons to Fight and a Story to Share?

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Kämpfst auch du mit psychischen Problemen und möchtest deine Geschichte teilen? Für meinen Blog Daily Cup of Madness suche ich Menschen jeglichen Geschlechts und Alters, die in ihrer Vergangenheit psychische Probleme hatten oder immer noch haben und gerne über ihre Erfahrungen erzählen möchten. Format* und Inhalt bestimmst du – ich redigiere und editiere deinen Beitrag lediglich.

Interesse gefunden? Dann melde dich doch im Kontaktformular unter „Kontakt – contact“ und lasse dich von mir auf eine Tasse Tee, Kaffee oder was-auch-immer (you name it!) einladen. Du möchtest anonym bleiben oder hast keine Lust oder Zeit mich persönlich zu treffen? Kein Problem! Ein Beitrag ist auch gut ohne Treffen möglich.

Ich freue mich über jede Kontaktaufnahme und jeden Beitrag!

Spread the word; virtuelle Grüsse und ein merci schon im Voraus

Gina

 

*Bitte beachte, dass dein Beitrag nicht länger als 2A4 Seiten sein sollte und keine ehrverletzenden oder diskriminierenden Äusserungen enthalten sollte.

 

Are you struggling with mental health issues and would like to share your story? For my blog Daily Cup of Madness I am looking for people of all genders and ages who have in their past dealt with mental health problems or are still currently dealing with them and would like to talk about their experiences. You decide in what form* you would like to do so and what exactly you would like to share – I only correct and edit the post.

Interested? Then feel free to contact me through the contact form under „Kontakt – contact“ and let me invite you to your choice of coffee, tea or whatever (you name it!). You would rather remain anonymous or are not interested in or do not have any time to meet me? No worries! You can just as well write something without having to meet me personally.

I am happy about everyone who contacts me and everyone who decides to share their story!

Spread the word; I am sending virtual regards and am already saying „thank you“,

Gina

 

*Please note that your contribution should not be longer than 2A4 pages and should not contain any form of discriminatory speech.